Peter Weck: Vom Sängerknaben zum Musical-Intendanten

Von den Wiener Sängerknaben über die Sissi-Filme und das Burgtheater bis zur Generalintendanz der Vereinigten Bühnen Wien, ein Porträt eines der vielseitigsten Theatermacher des deutschsprachigen Raums.

Porträt des Schauspielers und Regisseurs Peter Weck, fotografiert von Ingeborg Bock-Schroeder, aus dem Archiv der Sammlung Bock-Schroeder
Peter Weck, Porträtaufnahme © Sammlung Bock-Schroeder.

Peter Weck wurde am 12. August 1930 in Wien als Sohn eines Ingenieurs und Unternehmers geboren. Musikalisch hochbegabt, war er von 1940 bis 1944 Mitglied der Wiener Sängerknaben und wurde dort als Sopran für Solopartien eingesetzt, mit denen er durch ganz Europa tourte; der Stimmbruch 1944 beendete diese Zeit. Während des Krieges zog die Familie nach Niederösterreich, nach Kriegsende kehrte Weck nach Wien zurück.

Nach der Matura am Piaristengymnasium studierte er zunächst von 1948 bis 1950 an der Wiener Hochschule für Musik und darstellende Kunst mit dem Ziel, Dirigent zu werden, brach dieses Studium jedoch ab und belegte kurzzeitig sogar Maschinenbau an der Bundesgewerbeschule Mödling. Erst 1951 fand er zu seiner eigentlichen Bestimmung: Er begann eine Schauspielausbildung am renommierten Max-Reinhardt-Seminar, die er 1953 mit Auszeichnung abschloss.

Vom Sissi-Erzherzog zum Burgtheater-Mitglied

Bereits 1954 gelang Peter Weck sein erster großer Bühnenerfolg als Stani in Hugo von Hofmannsthals „Der Schwierige". Im selben Jahr gab er mit dem Heimatfilm „Und der Himmel lacht dazu" sein Filmdebüt, 1955 folgte die Rolle des Erzherzogs Karl-Ludwig im ersten „Sissi"-Film an der Seite von Romy Schneider, eine Rolle, die er in allen drei Teilen der Trilogie spielte. 1957 wurde er Mitglied des Wiener Burgtheaters, dem er elf Jahre lang angehörte, daneben gastierte er am Münchner Residenztheater, an den Münchner Kammerspielen sowie bei den Salzburger und Bregenzer Festspielen.

Anfang der sechziger Jahre übernahm Weck zusätzlich die Moderation erfolgreicher Musiksendungen wie „Wir machen Musik". Ende der sechziger Jahre begann er, auch als Regisseur für Theater und Film zu arbeiten, und übersiedelte 1968 in die Schweiz, wo er bis 1975 am Schauspielhaus Zürich engagiert war und seine ersten Regieerfolge feierte.

1955

Rolle des Erzherzogs Karl-Ludwig im ersten „Sissi"-Film an der Seite von Romy Schneider.

1957–1968

Ensemblemitglied des Wiener Burgtheaters.

1983–1986

Hauptrolle als Werner Schumann in der Kultserie „Ich heirate eine Familie", bei der er auch Regie führte.

1983–1992

Direktor des Theaters an der Wien.

1987

Gründung der Vereinigten Bühnen Wien nach dem Erfolg von „Cats", unter seiner Generalintendanz.

2022

Peter Weck erleidet im Alter von 92 Jahren einen Schlaganfall.

Der Musical-Pionier Wiens

Einem breiten Fernsehpublikum wurde Peter Weck von 1983 bis 1986 als Werner Schumann in der beliebten Familienserie „Ich heirate eine Familie" bekannt, in der er nicht nur die Hauptrolle spielte, sondern auch selbst Regie führte. Mit 1. Jänner 1983 übernahm er zudem die Direktion des Theaters an der Wien, die er bis 1992 innehatte. Nach dem durchschlagenden Erfolg des Musicals „Cats" wurden 1987 die Vereinigten Bühnen Wien gegründet und unter seine Generalintendanz gestellt; unter seiner Leitung liefen mit „A Chorus Line", der deutschsprachigen Erstaufführung von „Les Misérables", „Das Phantom der Oper" und „Cats" gleich mehrere Musical-Erfolge. Als Produzent und Regisseur bereitete er zudem die Welturaufführung des Musicals „Freudiana" am Theater an der Wien vor, gefolgt 1992, seinem letzten Jahr als Generalintendant, von der Welturaufführung von „Elisabeth".

Insgesamt wirkte Peter Weck zwischen 1954 und 2015 in über 130 Film- und Fernsehproduktionen als Schauspieler mit und führte zwischen 1969 und 2007 bei mehr als hundert Fernsehfilmen Regie. Auch im hohen Alter stand er noch gelegentlich auf der Bühne, unter anderem am Wiener Volkstheater, zuletzt bis 2019 im Theaterstück „Sonny Boys".

Ein Leben, das weiterwirkt

Von 1967 bis zu ihrem plötzlichen Tod durch einen Herzinfarkt im Jahr 2012 war Peter Weck mit dem Fotomodell Ingrid Muttone verheiratet; das Paar hatte eine Tochter und einen Sohn. 2022 erlitt Peter Weck im Alter von 92 Jahren einen Schlaganfall.

Im Bildband Heimatstars zählt Peter Weck zu den Ikonen, deren Porträts Ingeborg Bock-Schroeder über die Jahrzehnte festgehalten hat, das Gesicht eines Theatermachers, der wie kaum ein anderer Schauspielkunst, Regiearbeit und unternehmerisches Geschick miteinander verband und das Wiener Musicaltheater entscheidend mitprägte.

Quellen

Die biografischen Angaben in diesem Artikel stützen sich auf folgende öffentlich zugängliche Quellen (Stand: Juli 2026).

HS
Redaktion Heimatstars
Collection Bock-Schroeder
Dieser Beitrag entstand im Rahmen des Heimatstars-Projekts, das die Porträtfotografien von Ingeborg Bock-Schroeder und die Geschichten der von ihr fotografierten Persönlichkeiten dokumentiert. Fragen oder Hinweise zu diesem Artikel? mail@heimatstars.de

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