Margot Trooger: Die Frau hinter dem Halstuch
Von der Sekretärin in Innsbruck über rund siebzig Bühnenrollen bis zur legendären Marion Hastings im Straßenfeger „Das Halstuch", ein Porträt einer der markantesten Stimmen des deutschen Theaters und Fernsehens.
Margot Elfriede Trooger wurde am 2. Juni 1923 im thüringischen Rositz als Tochter des Fuhrunternehmers Alfred Trooger und dessen Frau Hedwig geboren und wuchs mit drei Geschwistern im kleinen Dorf Schedlitz auf. Nach dem Besuch eines Lyzeums und einer Handelsschule arbeitete sie zunächst als Sekretärin in Innsbruck, wo sie zahlreiche Aufführungen am dortigen Theater besuchte, ein Erlebnis, in dem ihr Entschluss reifte, selbst Schauspielunterricht zu nehmen.
Nach Kriegsende machte sie ihren Plan wahr: 1945 zog sie nach München und nahm bei Eva Fiebig, Siegfried Süßenguth und Ernst Fritz Fürbringer privaten Schauspielunterricht. 1946 debütierte sie als das Mädchen in Hofmannsthals „Der Tor und der Tod" bei der Eröffnungsvorstellung des Bamberger Theaters. Es folgten Engagements an großen Bühnen in Bremen, Stuttgart, Hamburg, Berlin, München, Zürich und Wien sowie Auftritte bei den Ruhrfestspielen und den Grillparzer-Festspielen.
Rund siebzig Bühnenrollen
In den ersten Jahren ihrer Karriere war Margot Trooger fast ausschließlich auf der Theaterbühne zu sehen, wo sie sich als bemerkenswert vielseitige Darstellerin einen Namen machte: Sie spielte die Titelrolle der Agnes Bernauer in Friedrich Hebbels „Die Bernauerin", glänzte als Lessing-Interpretin in der Titelrolle von „Emilia Galotti" ebenso wie in „Minna von Barnhelm", und ging als Stella in Tennessee Williams' „Endstation Sehnsucht" erfolgreich auf Tournee. Insgesamt spielte sie im Laufe ihrer Karriere rund siebzig Bühnenrollen.
Mit 26 Jahren erhielt die große, für ihr volles blondes Haar bekannte Schauspielerin ihre erste Filmrolle in der Heinz-Rühmann-Komödie „Ich mach dich glücklich" (1949). Die Phase ihrer größten Aktivität vor der Kamera begann jedoch erst 1959, vor allem mit Auftritten in Fernsehspielen, darunter als terrorisierte Ehefrau in „Gaslicht" an der Seite von Dieter Borsche.
Bühnendebüt in Bamberg als das Mädchen in Hofmannsthals „Der Tor und der Tod".
Erste Filmrolle in der Heinz-Rühmann-Komödie „Ich mach dich glücklich".
Durchbruch als Marion Hastings im Straßenfeger „Das Halstuch"; dritter Platz bei der Bravo-Otto-Wahl.
Rolle in der Kult-Science-Fiction-Serie „Raumpatrouille Orion".
Endgültiger Rückzug aus der Schauspielerei aufgrund einer schweren Lungenerkrankung.
Margot Trooger stirbt am 24. April in Mörlenbach im Alter von 70 Jahren.
Die Straßenfeger-Legende
Ihren Bekanntheitsgrad steigerte Margot Trooger 1962 schlagartig durch den Francis-Durbridge-Sechsteiler „Das Halstuch", der bis heute als der erfolgreichste und spannendste Film der Reihe gilt und den Begriff des „Straßenfegers" entscheidend mitprägte. Sie spielte darin Marion Hastings, die zwielichtige Besitzerin eines Modesalons und Verlobte des reichen Gutsbesitzers Alistair Goodman, die es dem ermittelnden Kriminalinspektor Harry Yates nicht leicht machte, den wahren Täter zu überführen. Die Leser der Jugendzeitschrift „Bravo" wählten sie noch im selben Jahr auf den dritten Platz der Bravo-Otto-Wahl.
Auch in mehreren Edgar-Wallace-Verfilmungen war Margot Trooger zu sehen, stets bemüht, unterschiedliche Charaktere darzustellen und sich nicht auf einen bestimmten Rollentyp festlegen zu lassen. Einem jüngeren Publikum blieb sie zudem als Fräulein Prysselius, genannt „Prusseliese", in der deutschen „Pippi Langstrumpf"-Serie sowie durch Rollen in der Kult-Science-Fiction-Serie „Raumpatrouille Orion" und in „Der Herr Kottnik" in Erinnerung. Dank ihrer unverwechselbaren Stimme arbeitete sie zudem sporadisch als Synchronsprecherin und im Hörspielstudio.
Ein Leben, das weiterwirkt
Aus einer Beziehung mit ihrem Schauspielkollegen Will Quadflieg hatte Margot Trooger eine 1955 geborene Tochter, Sabina, die ebenfalls Schauspielerin wurde und sich später vor allem als Romanautorin einen Namen machte. Zudem war sie mit dem Bühnenbildner Jörg Zimmermann verheiratet; die Ehe wurde später geschieden. Ab 1972 zog sich Margot Trooger allmählich aus dem Berufsleben zurück, eine ihrer letzten bekannten Rollen spielte sie in der „Tatort"-Folge „Wodka-Bitter-Lemon"; 1977 beendete sie ihre Karriere aufgrund einer unheilbaren Lungenerkrankung endgültig. Anfang der neunziger Jahre machte sie noch einmal als Schriftstellerin mit dem Lyrikband „Sommer, Wiesen, Winterwälder, Geschichte vom Dasein" auf sich aufmerksam. Viele Jahre lebte sie zurückgezogen im oberbayerischen Mauerberg, bevor sie 1993 ins südhessische Mörlenbach im Odenwald zog, um dem Föhnklima im Raum München zu entgehen. Dort starb sie am 24. April 1994 im Alter von 70 Jahren.
Im Bildband Heimatstars zählt Margot Trooger zu den Ikonen, deren Porträts Ingeborg Bock-Schroeder über die Jahrzehnte festgehalten hat, das Gesicht einer Schauspielerin, die wie kaum eine andere Bühnenpräsenz, eine unverwechselbare Stimme und darstellerische Vielseitigkeit miteinander verband.
Quellen
Die biografischen Angaben in diesem Artikel stützen sich auf folgende öffentlich zugängliche Quellen (Stand: Juli 2026).
- LexikonWikipedia (englisch): Margot Trooger
- LexikonDeWiki: Margot Trooger
- LexikonMunzinger: Margot Trooger
- FilmografieFilmportal: Margot Trooger
- Porträtsteffi-line.de: Margot Trooger
- Steckbriefpromi-geburtstage.de: Margot Trooger